Tipps&Tricks – Rhetorik 10: Reden Sie nicht für sich, sondern für das Publikum

Ein überzeugender Auftritt setzt Vorbereitung voraus, habe ich im letzten Beitrag an dieser Stelle geschrieben. Ein wichtiger Teil der Vorbereitung stellt – wie bei jeder Kommunikationsmassnahme – das Beantworten der 2 zentralen Fragen dar:

Bei meinen Trainings stelle ich immer wieder fest, dass diese Fragen beim Vorbereiten eines Referats oft ausser Acht gelassen werden – mit gravierenden Folgen!

Halten Sie sich Ihr Ziel vor Augen – bis zum Schlusssatz

Je nachdem, was mein Ziel ist, wird insbesondere mein Schlusssatz anders ausfallen. Will ich mein Publikum von einer politischen Vorlage überzeugen oder mich als Fachperson positionieren? Im ersten Falle höre ich mit einer klaren Handlungsaufforderung auf: «Deshalb ist es wichtig, dass Sie am nächsten Abstimmungssonntag ein Ja einlegen.» Im zweiten Falle lasse ich im letzten Satz durchscheinen, dass ich noch viel mehr weiss, als ich bereits preisgegeben habe: «Dies sind die 3 wichtigsten Punkte, worauf Sie bei einer Website achten müssen. Natürlich gibt es noch weitere, aber das sprengt den Rahmen dieses Anlasses.»

Erkundigen Sie sich nach dem (Ziel-)Publikum und seinem Vorwissen

Beim Zusagen eines Auftrittes vor Publikum ist unbedingt die Frage zu stellen, welches Publikum vor Ort sein wird. Sind es Expert/innen Ihres Fachgebietes, können Sie Ihr Referat ganz anders aufbauen und andere Begriffe verwenden, als wenn Sie einem Laienpublikum Ihr Thema nahe bringen sollen.

Bevor Sie sich also daran machen, Ihr nächstes Referat vorzubereiten, schreiben Sie sich gross Ihr Ziel auf ein Blatt und hängen Sie dieses in Sichtweite Ihres Arbeitsplatzes auf. Und stellen Sie sich möglichst konkret vor, wie eine «Durchschnittsperson» Ihres Zielpublikums aussieht, fühlt, denkt und handelt. 

 

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